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Der feine Dialog mit Pferden

 

Karin Schöpke, Schulstraße 10 in 22889 Tangstedt

E-Mail: karin.schoepke@onlinehome.de 

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Wie sag ich's meinem Pferd?

Spätestens seit dem Bestseller "Der Pferdeflüsterer" sind Horsemanship und "Pferdeflüstern" auch in Europa in aller Munde. Dabei hat Natural Horsemanship mit Pferdeflüstern nichts zu tun. Es steht vielmehr für einen natürlichen, pferdegerechten Umgang mit dem Pferd - sowohl am Boden, als auch unter dem Sattel.

 

Pferde sind Flucht- und Herdentiere, die sich nur in der Gemeinschaft sicher fühlen. Da sie nicht sprechen können, verständigen sie sich über Körpersprache. Das klappt bei allen Pferden gleich - egal, um welche Rasse es sich handelt und aus welchen Teilen der Erde sie zusammentreffen.

 

Wenn es euch gelingt, diese Körpersprache zu lernen und anzuwenden, kommt ihr ohne Strafen aus. Ihr gewinnt euer Pferd zum Partner, das sich alle Mühe geben wird, euren Dialekt zu verstehen und euren Anweisungen zu folgen - ein Miteinander in gegenseitigem Respekt.

 

Träumt ihr davon, dass euer Pferd unangebunden in der Stallgasse stehen kann? Dass es sich euch auf der Weide vertrauensvoll zuwendet, euch vielleicht sogar entgegenläuft? Wollt ihr, dass sich euer Pferd beim Reiten mehr Mühe gibt? Dass es nicht sofort vom Liegen aufspringt, wenn ihr in die Box kommt?  Oder dass es euch freiwillig seine Füße zum Saubermachen hinhält? Dann lernt, nach Parelli-Art zu denken und zu handeln!

 

Jeder Mensch kann das lernen, jedes Pferd
kann so erzogen werden!

 


 

Negativ-Beispiele und ihre Lösung:

 

Manchmal scheinen Pferde zickig, widersetzlich und stur zu sein. Sie springen immer wieder an derselben Stelle in der Halle oder auf dem Reitplatz zur Seite, schlagen wie wild mit dem Schweif, zeigen Ansätze zum Bocken oder Wegstürmen oder sie gehen überhaupt keinen Schritt mehr freiwillig vorwärts.

 

Mancher Besitzer greift dann zu härteren Mitteln. Er schnallt ein schärferes Gebiss ein, longiert vor dem Reiten tüchtig ab, reitet mit Schlaufzügeln, und überhaupt fasst er sein Pferd ein bisschen ruppiger an.

 

Den allermeisten Pferden tut man damit Unrecht. Sie sind so bemüht, alles richtig zu machen, wollen gelobt werden. Aber sie verstehen nicht, was der Mensch von ihnen will.

 

Beispiel Stallgasse: Ein Pferd wird in die Stallgasse geführt und zum Putzen angebunden. Der Besitzer sagt: "Steh!". Aber das ungeduldige Pferd scharrt trotzdem mit den Hufen und dreht sich am Strick hin und her. Den Besitzer nervt das, aber er unternimmt zunächst nichts. Erst nach einer ganzen Weile wird es ihm zu bunt und er herrscht sein Pferd an: "Lass, das!" und ruckt tüchtig am Strick. Wie soll das Pferd nun wissen, dass sein Verhalten unerwünscht war? Es durfte doch einige Minuten lang herumzappeln, ohne dass etwas bemängelt wurde. Das Kommando "Steh!" wurde nicht durchgesetzt. Das Pferd kann nur begreifen, wenn bereits der erste Schritt, das erste Scharren korrigiert wird, ein ruhiges Stehen mit Lob anerkannt wird.

 

Beispiel scheuern: Viele Pferde lieben es, sich nach dem Reiten am Rücken des Reiters den Kopf zu scheuern. Eine Unart! Viele  finden das "niedlich", glauben, das Pferd zeigt ihnen damit Zuneigung. In Wahrheit juckt nur der Kopf. Das Scheuern wird also nicht verboten - bis der Besitzer eines Tages seine nagelneue Reitweste trägt... Jetzt gibt einen tüchtigen Klaps auf die Nase. Wie soll das Pferd so Vertrauen zu seinem Besitzer fassen? Der weiß aus Sicht des Pferdes ja meistens gar nicht, was er will. Darum: Überlegt euch, welches Verhalten ihr bei eurem Pferd zulassen wollt, welches nicht. Erzieht euer Pferd mit Konsequenz - und Liebe!