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Mrz 02 2013

Karin-Schoepke

Ein Update zur Einstreu Hippodung

Ende Oktober 2012 berichtete ich über meine neue Boxeneinstreu Hippodung. (Zum Nachlesen: http://www.stall-schoepke.de/wordpress/meine-neue-einstreu-hippodung/)

Nach sechs Monaten Hippodung will ich euch über meine Erfahrungen berichten.

Als erstes muss ich sagen, dass das System funktioniert: Es gibt keine Stallgerüche mehr in den Boxen, auch beim Misten riecht es nicht nach Ammoniak. Die Pferde legen sich gern hin, scheinen sich auch darin zu wälzen. Die Pflege der Boxen ist zwar aufwändig, aber nicht schwer, da ich keine nassen Strohmatten mehr entfernen muss. Der Mistanfall hat sich auf ein Zehntel der üblichen Mistmenge reduziert.

So, aber das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten. Warum? Weil das System einfach unbezahlbar ist. Laut Hersteller soll es einen Holzpellet-Verbrauch von ca. einem halben Sack pro Box in der Woche geben. Das ist ein Witz! Ich habe an schlechten, weil nassen Tagen, zwei ganze Sack pro Woche und Box verbraucht (ein Sack kostet 16,50 Euro!). Das macht einen Verbrauch von 140 Sack Hippodung seit Umstellung der Einstreu Anfang Oktober. Das sind mehr als 2000 Euro. Dafür hätte ich mehrfach die Strohernte eines Jahres kaufen können…

Wie angeraten habe ich das völlig durchnässte Material (von den Pinkelstellen) komplett rausgenommen. Es lagert nun unter meiner Remise, und ich warte darauf, das es trocknet. Dann kann ich es ja weiterverwenden. Ich schätze, dass ich im Laufe der Wochen dort gut drei Kubikmeter Material angehäuft habe. Natürlich ist nichts davon bisher getrocknet. Es war einfach zu kalt oder aber zu feucht!

Nun musste ich schon wieder nachbestellen. Es waren nur noch 10 Sack über. Diesmal sollte es eine Palette sein, damit ich nicht andauernd nachordern muss. Die hätte 1100 Euro gekostet (65 Sack à 14 Kilo).

Mehr durch Zufall bin ich dann in einem Online-Pferdezubehör-Shop auf Holzpellet-Einstreu gestoßen. Kosten pro Sack: 8,50 Euro. Hm, das wäre dann ja schon Mal nur halb so teuer. Und jetzt habe ich angefangen zu recherchieren.

Über den Holzpellet-Handel Nord konnte ich Einstreu-Pellets für rund 4,50 Euro pro Sack bestellen (ohne Mindestabnahme, Transportkosten schon mit eingerechnet). Die Pellets bestehen zu 100 Prozent aus Nadelhölzern, sind unbehandelt und ohne Zusatzstoffe – und sie sind 15 Kilo schwer. Eine Palette (mit über 60 Sack!) kostet unter 300 Euro inklusive Fracht!

Ich habe schon fast 40 Sack davon verbraucht – und sie verhalten sich genauso wie die Hippodung-Pellets. Der Verbrauch ist gleich: 1,5-2 Sack pro Woche pro Box.

Aber: Es fehlten ja noch die Bakterien. Denn Hippodung wirbt ja damit, dass das sich das Milieu in den Boxen verändert. Keine Fäulnis mehr, sondern Verrottung und damit auch keine unangenehmen Gerüche.

Leider verrät auf den Hippodung-Seiten niemand, was nun genau drin ist in den Pellets, außer Holz. Aber auch dafür habe ich eine preiswerte Lösung gefunden: Effektive Mikroorganismen, kurz EMs. Auf der Seite Mikro Veda wurde ich fündig (www.Mikroveda.eu). Ich habe dort angerufen, weil ich von deren Angeboten schier erschlagen war. Ich bekam eine mehr als ausführliche Beratung (mehr als 45 Minuten lang!) durch den Firmenchef selbst. Das erlebt man selten! Und ich habe nun “meine” EMs bestellt. Sie kommen in Literflaschen und werden 1:200 verdünnt. D.h. aus 1 Liter werden 200 Liter. Die sprühe ich nun mit einer kleinen Pumpflasche mehrfach die Woche dünn über die Boxenböden.

Das Ergebnis: Wie bei Hippodung keine unangenehmen Gerüche, genauso viel Verbrauch und beinah trockenere Boxen, weil ich bei 4,50 Euro pro Sack natürlich leichtfertiger nachstreue, als bei € 16,50. Die EMs der Firma Mirkoveda heißen “Pro Milieu”. Die soll ich nicht nur auf den Boden sprühen, sondern damit den gesamten Stall auspüstern – inklusive der Stallschränke, und sogar das Sattelzeug soll ich nicht verschonen. Wenn ich das Leder damit einsprühe, es etwas einwirken lasse und dann abwische, verhindere ich Schimmelbildung.

Mal ganz simpel erklärt: Unter den Bakterien gibt es ein paar “böse” Bakterien, “gute” Bakterien und jede Menge “Mitläufer”, die sich den Bakterien anschließen, die an der Überzahl sind. Die EMs sind gute Bakterien und besetzen alle freien Plätze. Je mehr EMs da sind, desto mehr “Mitläufer” schwenken ins Positive um. Dabei gibt es wie auch bei Hippodung keine Fäulnis, sondern Verrottung. Und die stinkt nicht.

Damit ich den gesamten Stall mit “Pro Milieu” behandeln kann, muss es wärmer werden. Die EMs sind bei Frost-Temperaturen inaktiv. Gut wären so um die 15 Grad. Na ja, die werden ja irgendwann da sein. Und dann werden wir die Sattelschränke ausräumen, putzen und mit guten Bakterien “impfen”.

Na, mal sehen, wie es mit der Einstreu weiter geht. Und wie die Bakterien funktionieren. Ich möchte dieses Jahr auch erstmals meinen Pferdemist auf die eigenen Weiden ausbringen. Dann spare ich den Kunstdünger und impfe auch noch die Weide mit positiven Bakterien. Wie gut es aber tatsächlich funktioniert? Ich werde im Sommer berichten, wenn ich sehe, wie toll das Gras gewachsen ist.

16 Kommentare

2 Pings

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  1. Anonymous

    Hallo Karin, habe interessiert vor einigen Monaten bei Dir das mit Hippodung gelesen und auch auf der Seite dort nachgelesen. Wenn ich das richtig gelesen habe, werden unter das Sägemehl Algomin (Korallalgenkalk) und Rotteförderung intensiv von der Fa. Plocher gemischt.
    LG Susanne

  2. Astrid

    Hallo Karin,
    wir sind auch letztes Jahr auf Holzpellets umgestiegen, nachdem Leinstroh so teuer wurde. Auch ohne EM riecht nichts, wir streuen Kalk mit dazu. Dann kompostieren wir das ganze mit den Äppeln von Weide und Paddock selbst mittels Kompostwürmer.
    Über EM werde ich mich jetzt trotzdem mal informieren, dein Bericht klingt ja zu gut!
    LG Astrid & Shaman

  3. Birgit

    Hallo Karin, bin gerade auf deine Seite per Zufall gestoßen. Erstmal Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag!

    Aber eigentlich wollte ich fragen, wie es weiter ging mit dem Ersatz-Hippodung?!?!

    lg
    Birgit

  4. Karin

    Danke für die Glückwünsche! Das Ersatz-Hippodung funktioniert prima. Ich werde noch einmal einen regulären Beitrag in den Blog stellen. Kannst du dann bald obenan lesen. Danke für den Hinweis!

    1. Anonymous

      hallo, gibts das update denn schon?
      vg Julia

  5. Anonymous

    Hallo Karin
    ich frage mich gerade, wie es wäre, Hippodung + normale Holzpellets zu mischen.. Vielleicht wäre das die perfekte Lösung?
    lg
    Angelika

  6. Theresa

    Hallo Karin, danke für den tollen Blogeintrag! Deine Idee mit EM finde ich großartig. und wenn du deine Einstreu selber herstellst, weißt du ja auch, was in „deinem“ Produkt drin ist, also keine bösen (chemischen) Überraschungen. Bin sehr gespannt auf deinen neuen Eintrag. Schreibst du dann auch, wie hoch die monatlichen kosten sind?

  7. Wolfgang Bacher

    Hallo Karin,

    ich habe gerade deinen Bericht aus 2013 zum Thema Hippodung gelesen. Hast Du deine Pferde immer noch auf dieser Einstreu stehen und hast Du in der Zwischenzeit noch Erfahrung sammeln können?

    Mit freundlichem Gruß

    Wolfgang Bacher

    wolfgang@bacherproducts.de
    http://www.arenagrip.de

    1. Karin-Schoepke
      Karin-Schoepke

      Hallo Wolfgang,

      Hippodung habe ich nach gut sechs Monaten aufgegeben, weil zu teuer. Aber ich streue immer noch mit Holzpellets ein. Den ganz normalen. Die bekomme ich Pallettenweise. Ein Sack Hippodung kostete 16,50 Euro. „Meine“ Pellets kosten 4,20 Euro. Was für ein Unterschied. Und ein Kilo mehr ist auch noch drin!

      Hast du alle meine Erfahrungsberichte gelesen? Ich habe ja auch zwischendurch immer mal darüber berichtet, auch über die Umstellung auf normale Pellets.

      Viele Grüße aus Tangstedt

      Karin

      Hier die Zusammenfassung:
      http://www.stall-schoepke.de/wordpress/pferdehaltung/einstreu/hippodung-bzw-holzpellets/

  8. Monique

    Hallo Karin und erstmal ein schönes Neues…

    Ich bin heute auf deine Website gestoßen und habe ein paar Fragen bezüglich der Pellets.

    Zum einen wie hat es sich in den letzten Monaten Entwicklung, wie nehmen es die Pferde an.
    Wie ist der Verbrauch an Pellets und EM und wieviel Lagerfläche benötigst du für den “Mist“ , und wie lange lagert er bevor du ihn auf die Weide aufbringen kannst.

    Sorry für die vielen Fragen aber ich habe selbst einen Offenstall mit vier Pferden und suche immer nach einer guten Lösung für den Liegeberich.

    Danke vorab und
    Liebe Grüße
    Monique

  9. Bora

    Hallo Karin,
    deine Zusammenfassung ist sehr interessant, dass was du erarbeitet hast ist sehr lobenswert.
    Ich möchte ebenfalls auf das EMs umstellen, streue momentan wegen unserem Allergiker mit mehrfachgewaschenem Holzgranulat ein.
    Wie ist deine Erfahrung mit mehrfachgewaschenem Einstreu?

    Könntest du mir bitte den genau Namen des EMs Produktes zusenden , da ich es bestellen möchte.

    Gruß
    Bora

    1. Karin-Schoepke
      Karin-Schoepke

      Hallo Bora,

      ich habe meine Produkte hier bestellt: http://www.Mikroveda.eu

      du kannst da anrufen, dann bekommst du eine super Beratung und das Produkt genannt, das für eure Zwecke am besten geeignet ist. Und eine „Bedienungsanleitung“ gibts dann auch gratis dazu.

      Viele Grüße Karin

  10. Bora

    Hallo Karin
    Danke für den Hinweis
    Die Firma hat mir drei Produkte empfohlen
    Eines für den Stall ‚ care für Pferde ‚
    Eines fürs Futter und eines für den Misthaufen
    War das bei dir auch so?
    Wie geht es bei dir mit den Wurmkuren ?
    Wir nehmen eigentlich immer das ganze Einstreu nach drei Tagen raus ( Offenstall)
    Wie machst du das jetzt?
    Gruß
    Bora

    1. Karin-Schoepke
      Karin-Schoepke

      Ja, das war bei mir auch so. Das fürs Futter habe ich nur anfangs gegeben, war mir dann zu aufwändig. Und ehrlich gesagt, habe ich auch das für den Stall weggelassen – aus Bequemlichkeit. Da du aber im Offenstall bist, würde ich das weiterverwenden. Das für den Misthaufen (ist bei mir ein Pulver), funktioniert auch grandios. Das war bei mir der Rotte-Förderer von Plocher. Ist irre teuer, aber man streut nur hauchdünn drüber, das heißt, das hält auch sehr lange.

      Ich habe im Winter auf den nackten Boden, ehe wieder eingestreut wird, Dolomit-Kalk ausgebracht. Da kostet der 10-kg Eimer ca. 8 Euro. Ist also günstig. Das bindet vorhandenen Ammoniak-Geruch sehr gut. Und die Einstreu entferne ich komplett eigentlich sogut wie nie. Ganz im Gegenteil: Nassgepinkelte stellen, die sich ja irgendwann auch rot verfärben und stinken, verteile ich in der Box um (Boden leer räumen, alte Einstreu drauf, neue Einstreu drüber). Das trocknet und der Geruch ist sofort weg, wenn etwas frische Einstreu drüber kommt. So behalte ich immer eine dicke Matte im Winter, ohne zu viel nachstreuen zu müssen.

      Du wirst das vom Wetter abhängig machen müssen. Viel Regen = viel Luftfeuchtigkeit = viel Nässe im Stall. Im Sommer miste ich großzügiger.

      Ich habe dieses Jahr nur noch vier Pferde. Habe 1000 kg Strohpellets gehabt als Versuch. Hat sich nicht so gut verhalten wie das Holz. Ich werde also nicht umstellen. Von den 1000 kg (1 BigBag) ist immer noch ein Drittel über. Drei meiner Pferde stehen auch wie im Offenstall, ein Pferd direkt daneben im Stallgebäude. Die restlichen Boxen im STall sind eingestreut und vorbereitet, so kann ich alle Pferde bei sehr schlechtem Wetter in den Stall holen. Das war letzte Woche bei dem Sturm z.B. so. Da hatte ich Sorge, dass die Riesen-Eiche ein paar Äste verlieren könnte…

      Wurmkur: Nur noch einmal im Jahr, meist im Spätherbst gegen Bandwurm, Dasselfliege und den Rest. Gelegentlich lasse ich Kotuntersuchungen machen. Keines der Pferde ist verwurmt. Allerdings sammeln wir Weide und Paddock regelmäßig ab.

      Schildere doch mal deine Erfahrungen…

      LG Karin

  11. Bora

    Hallo Karin, danke für dein Feedback.

    zu unserem Einstreu.
    Wir hatten anfangs mit Strohpellets eingestreut , war auch sehr gut, allerdings im überdachtem)Bereich war es seht trocken und dadurch seht staubig.
    Wir haben umgestellt auf German Horse Granulat (für Allergiker), allerdings hoher Verbrauch und verhältnismäßig teuer.
    Als ich das von Hippodung erfahren habe und diene Zusammenfassung gelesen habe , möchte ich jetzt zu dem Granulat das EMs verwenden. Hoffe es funktioniert.
    Wir entwurmen 4 x im Jahr und sind Wurm frei, natürlich mit täglicher Koppelpflege.
    Gruß
    Bora

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