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Aug 31 2017

Karin-Schoepke

Mein Hof soll schöner werden – Tag eins

Durch meine blöde Entzünding im Bein, die Krankheit meines Vaters und das ewig nasse Wetter, bin ich in diesem Jahr kaum zum Arbeiten mit den Pferden gekommen. Ich habe sie gut versorgt und sie betütelt, ansonsten standen sie viel draußen. Das Grünzeug auf meinem Hof wucherte leise aber stetig vor sich hin. Bald glich der Hof einer kleinen Wildnis. Unglaublich, wie dieses Jahr alles in die Höhe geschossen ist. So sah der Reitplatz dann auch entsprechend aus. Ich hätte schon mit dem Rasenmäher drübergehen können:


Gleicht eher einer Wildwiese…

Auch das Außengelände bedurfte einer kleinen Überarbeitung. Der große Paddock war durch den massiven Regen völlig durchgematscht, wirklich begehbar nur mit Gummistiefeln.

Wie man sieht, auch nicht gerade ein Highlight.

Auch der Auslauf meiner Pferde vor den Boxen im Außenbereich war stellenweise nicht begehbar und verschlammt. Weil nun ja schon wieder Herbst und Winter vor der Tür stehen, wo mit noch mehr Niederschlag und Frost zu rechnen ist muss ich für Abhilfe sorgen. Ich werde leider auch nicht jünger, und das Schieben der vollen Schubkarren durch Matsch fällt mir von Jahr zu Jahr schwerer.

Wenn ich zurückdenke, fand die letzte Überarbeitung der Anlage in kleinerem Rahmen 2011 statt. Also Zeit für eine Erneuerung!

Bereits im April kam mein Lieblings-Reitplatzbauer Michael Wöhrle (www.ps-reitplatzbau.de), um sich alles anzusehen und mich zu beraten. Er pflegt meine Anlage schon seit gut 15 Jahren. Ich entschied mich nach etwas Zögern für Otto-Lochmatten. Zuvor hatte ich ca. 100 qm mit Riedwiesenhofplatten verlegt. Die sind prima, halten für die Ewigkeit, sind aber sehr hart und kaum wieder rauszuholen, weil sie ineinander verzahnt sind.

Die Lochmatten werden lose nebeneinander gelegt, sind weich und etwas federnd, und sie leiten das Wasser nach unten hin ab. Wie sehr sie sich bewähren, werde ich natürlich erst nach dem Winter wissen. In jedem Fall sind sie für meine Arthrose-Pferde gelenkschonender.

Weil wir einen so wahnsinnig verregneten Sommer hatten, musste die Arbeit von Woche zu Woche verschoben werden. Vorgestern war es endlich soweit: Vier trockene Tage am Stück, das Gelände war bereit, sich bearbeiten zu lassen.

Schon Wochen vorher haben wir damit begonnen, die Riedwiesenhofplatten Reihe für Reihe auszubauen, weil ich keine Paddockplatten-Systeme miteinander mischen wollte. Ohne schweres technisches Gerät eine wahre Herausforderung! Was haben wir teilweise geschwitzt! Auch der Reitplatz wurde an einem Wochenende von allen Hindernissen geräumt. Das sind Vorarbeiten, die wir nicht mit der Kamera begleitet haben.

Erster Tag der "Aufhübschungs-Aktion": Montag

Herr Wöhrle ludt seine genialen Maschinen aus und begann, alles vorzubereiten. Als erstes holten wir die restlichen Riedwiesenhofplatten raus:

Maschinell wurden sie "hoch gelüpft", dann von Hand ausgeklopft und beiseite getragen. Jede Platte wiegt auch im Leerzustand noch 6 Kilo! Als Herr Wöhre anfing, den Platz zu planieren, um ein ordenliches Gefälle einzubringen, stießen wir auf HIT-Paddockplatten, die unter einer dicken Modder-Schicht verborgen waren. Ich erinnere mich: Ich habe die Platten 2005 verlegt, als der Weg den Übergang zur Weide bildete… Sie mussten leider auch raus, weil es sonst kein Gefälle gegeben hätte!

Der Auslauf gleicht einem Acker!

Einige der Platten waren völlig von Wurzeln durchdrungen und wehrten sich heftig.

Hier schon mal der erste Teil der weggeräumten HIT-Raster. Sie haben sich erstaunlich gut gehalten und können wieder verbaut werden. Am Folgetag waren es schon deutlich mehr:

Fette Ausbeute – ca. 70 Quadratmeter…

Anschließend ging es darum, den Acker in eine plane Fäche zu verwandeln, die das Wasser in die richtige Richtung – weg vom Stall ableitet. Das alles Laser-gesteuert mit modernster Technik:

Hier kann man schon erkennen, wie es einmal aussehen könnte!

Parallel dazu wurde der große Paddock planiert. Hier sind ja schon 150 Quadratmeter Platten verlegt. Die alten vom Auslauf vor den Boxen wollte ich in Verlängerung verlegt haben, damit ich im Winter bequem mit der Schubkarre überall entlangfahren kann:

20 Kubikmeter Sand hatte ich schon im Frühjahr für den Ausbau bestellt. Damit wurde das Planum für die Riedwiesenhofplatten gebaut. Und die ersten Platten probeweise ausgelegt.

Es wurde sofort klar: Der Sand reicht nicht! Ich sollte sechs!!! weitere LKW bestellen. Nach einer Stunde rumtelefonieren, hatte ich schon mal zwei weitere Fuhren für den selben Tag organisiert, vier weitere für morgen.

Mehr war erst einmal nicht zu tun. Das reichte auch, denn am Folgetag sollten 400 Quadratmeter Lochmatten und 100 Quadratmeter der Paddockplatten verlegt werden.

Hier stehen hintereinander insgesamt acht Paletten Otto-Matten!

Ich war am Abend doch ziemlich froh, auch das Verlegen mitgebucht zu haben und mir das nicht auch noch selber aufzuhalsen. Ich bin sicher, dass auch Herr Wöhrle froh war, als er abends die Beine hoch legen konnte. Ich jedenfalls bin in die heiße Badewanne gestiegen und habe mich gründlich eingeweicht…

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