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Sep 30 2017

Karin-Schoepke

Mein Hof wird (noch) schöner

Wie die meisten von euch ja schon wissen, starb Anfang August mein Vater. Nun muss (darf) ich um mein großes Grundstück alleine kümmern. Ich muss die untere Wohnung leerräumen, damit ich sie neu vermieten kann. Ich habe auch schon die passendste Mieterin für mich gefunden: Meine Ex-Reitschülerin Sabrina mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn.

Und dann ist da noch der völlig verwilderte Garten. Mein Vater war ja schon alt und hat sich gerne eingeigelt. Er wollte nicht, dass der "Urwald" geschnitten wird. Das sorgte dafür, dass auf meiner Seite des Grundstück kaum noch Sonne ankam. Selbst im Sommer musste ich bei trübem Wetter das Licht einschalten. Sehr schade, denn meine Wohnung ist eigentlich groß und hell.

So habe ich mich entschlossen, den Garten als erstes anzugehen, solange das Wetter noch etwas mitspielt, und um die dunkle Jahreszeit etwas aufzuhellen. Ich habe ein paar Angebote eingeholt und mich dann für die Gartenbaufirma Mau+Mau aus Norderstedt entschieden. Der Chef kam, sich das Grundstück anzusehen. Er machte auch gleich Vorschläge, was ER verändern würde. Drei Tage später kam er persönlich vorbei, um mir das Angebot zu geben, damit nicht so viel Zeit durch die Post verstreichen würde. Das Tollste aber war, dass er sehr zeitnah mit seinen Leuten beginnen wollte.

Alle anderen hatten mich auf Ende Oktober, ein anderer sogar auf das nächste Frühjahr vertröstet. Ein vierter tauchte gar nicht erst auf. Herr Mau kratzte sich auch das Kinn, als er das Schwimmbad meines Vaters sah. Es wurde seinerzeit nicht eben geschickt eingebaut und ragte 50 cm aus der Erde heraus. Für Sabrinas Sohn Yannick recht gefährlich, zumal das Becken von Steinen, Pflanzkübeln und Trepenstufen eingerahmt war. Ein kleines Kind, das mal so lostoben will und nicht aufpasst, kann sich da schon ganz gehörig den Schädel einschlagen. Ganz abgesehen von der Gefahr, ins Becken zu fallen.

So habe ich mich dann überreden lassen, auch das Schwimmbad rauszuholen. Seit Arbeitsbeginn ist genau eine Woche vergangen. Ich erzähle euch den "Werdegang" des Gartens anhand von vielen Bildern. Denn selbstverständlich habe ich jeden Fortschritt mit meiner Kamera aufgenommen.

Das war der Blick von meiner Terrasse aus nach rechts…

… geradeaus zur Reithalle hin…

… und nach links.

und ganz nach links.

Ein Blick in die Baumkronen an der Grundstücksgrenze

Hier stehe ich auf der Terrasse des Hauses meines Vaters und gucke quasi auf mein kleines Wohnzimmerfenster.

Das ist die Grenzbepflanzung von der anderen Seite aus betrachtet.

Der erhabene Swimming Pool.

Grenzbepflanzung zum linken Nachbarn.

Grenzbepflanzung zum linken Nachbarn, anderer Blickwinkel.

"Die grüne Hölle" einmal vom Balkon im ersten Stock aufgenommen. Die Männer, die da rumturnen sind schon die Gärtner, die eine Lagebesprechung abhalten.

Auf dem unteren Bild erkennt man sehr gut die vielen Pflanzkübel und Treppenauf- und abgänge. Viele Stolperfallen!


So, die Arbeit beginnt, die Gärtner haben schon Mal ihr Handwerkszeug parat gelegt…

Mit meiner Hecke ging es los: Platz schaffen die Fahrzeuge, die dann alles rausziehen und abtransportieren müssen. Direkt hinter der Hecke, schon etwas eingewachsen war noch der alte Stabmattenzaun…

Zäune sind alle weg, die Hecke ebenso. Um den Pool herum sind bereits alle steine aufgenommen und alle Pflanzkübel ausgebuddelt worden. Zeitgleich wird damit begonnen, den Pool zu zersägen.

Das ergab mehrere Fuhren Steine.

Ein anderes Team hat zeitgleich angefangen, die Bäume zu fällen. Unglaublich wieviel Licht sofort auf das Grundstück fiel.

Bald türmten sich Berge von Ästen und Zweigen auf meinem Rasen. Sie warteten auf ihr Schicksal, am Folgetag geschreddert zu werden.

Hier der Blick auf das Grundstück von der Hallenseite aus.

Und auf die andere Nachbarseite

Man kann das Haus mit meiner Wohnung unten schon wieder sehen!

Sieht ein bisschen aus, wie nach einer Umweltkatastrophe. Die langen Äste blieben dran, damit der Bagger was zum anfassen hat, wenn er das Wurzelwerk rauszieht.

Einer der Arbeiter rückte dem Pool mit einer großen Flex zuleibe. Ich glaube, er hat streckenweise ganz schön geflucht, weil das Glasfaserbecken auf den Rückseiten erst mit Bauschaum, dann mit Styropor und schließlich mit Beton verkleidet war. Alle drei Schichten schienen untrennbar miteinander verbunden!

Wenn mir hier einer sagen würde: Ich zeige dir hier ein Bild mit von meinem Urlaub in Indonesien – ich würde es glauben.

So, der Pool hat aufgegeben. Große Teile des Beckens und der Verschalung liegen drum herum. Die Betonwand außenherum muss der Bagger eindrücken und zerbröseln.

Wieder ein Blick vom Balkon. Das ist schon jetzt unglaublich! Zwischen den ersten Bildern zu Beginn und diesem liegen nur zwei volle Arbeitstage!

Am dritten Tag (im Hintergrund wird noch der Pool entsorgt), fällen die Arbeiter meine Riesenahörner. Wie gut, dass die schon jetzt runterkommen, ehe sie ihr ganzes Laub verlieren!

Alle Äste werden gleich geschreddert.

Ab mittags stand der Bagger zur Verfügung. Er mühte sich redlich, das riesige Wurzelwerk hochzuholen.

Die Reste des Swimmingpools

Gute Arbeiter muss man bei Laune halten! So gab es täglich Kaffee und Wasser satt und zwischendurch auch einen Snack zum Essen.

Die Stumpen waren so groß und schwer, dass selbst der Bagger Mühe hatte, sie anzuheben und in den Anhänger zu tragen.

Am nächsten Tag ging es auf meiner Seite weiter. Auch hier verbargen sich etliche Baumstümpfe im Erdreich, und mein völlig verunkrauteter Rasen wurde ebenfalls vernichtet.


Genau eine Woche nach Arbeitsbeginn sieht der Garten so aus:

Im aufgebaggerten Graben lasse ich zwei Stromleitung legen, damit ich endlich mal auf dem Weg in den Stall eine Außenbeleuchtung habe.

Blick auf die Einfahrt mit gestutzter Hecke

Sieht das nicht toll aus? Der Boden – mit 10 qm Mutterboden aufgefüllt – wurde von Hand geharkt, von allen Steinen und Wurzelresten befreit. Paddockplatten liegen als provisorischer Weg.

 

Der Blick Richtung Weide 

 

Hier der Blick auf die Terrasse und von der Terrasse

Das ist alles an Stammholz zersägt worden – wird nach dem Trocknen prima Kaminholz ergeben.

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