Dango

IMG_4901

Gestatten: Mein Name ist Dango!

Hannoveraner Wallach, * 1997, ca. 1,73 cm

Dango ist ein "Scheidungsopfer", das Ehepaar, was ihn vor mir besaß, lebte bereits in Trennung, hatte für den Großen nicht mehr genug Zeit. Daher gab es zwei Reitbeteiligungen, die beide mehr schlecht als recht mit ihm zurecht kamen. Dango wurde mit Schlaufzügeln oder Ausbindern, mit Sporen und Gerte geritten, weil er als extrem faul galt. Ich habe ihn im Herbst 2009 zu mir geholt. Damals hieß er noch "Dagobert". Er sollte mein erstes richtiges Schulpferd sein, Cera wollte ich damals noch gar nicht einsetzen.

Auch Dango habe ich nur einmal Probe geritten. Er wurde mir als extrem gehfaul und triebig beschrieben. Beim Ausprobieren konnte ich das so gar nicht bestätigen. Er lief locker – ohne Sporen und Gerte! – in allen drei Gangarten, beherrschte sogar Fliegende Wechsel und Seitengänge. Trotzdem wollte ich ihn nicht kaufen, denn er war mir eigentlich zu groß für den Unterricht. Aber wer kann diesen bettelnden Augen schon widerstehen?

Wie ich aus den Papieren sehen konnte, bin ich schon der vierte Besitzer…

Mit Dango zog ein Soldat in meinen Stall ein. Wann immer ich die Box betrat – ganz besonders, wenn ich eine Forke oder einen Besen in der Hand hielt – stand Dango stramm, nahm den Kopf in eine aufgerichtete Haltung. So als wollte er sagen: Wenn ich so stehe, passiert mir nichts, oder?

Auf der Nase hat er eine Delle und weiße Haare, körperliche Zeugen von zu eng geschnallten Reithalftern. Die Nasenriemen waren das erste, was ich aus seiner Ausrüstung verbannt habe. Und der viel zu enge mitgelieferte Sattel wurde gleich in der ersten Woche angepasst!

 

20091001111059(2)
DSC_0064

Dango brauchte fast ein ganzes Jahr, bis er bei mir wirklich angekommen war, sein soldatisches Verhalten etwas abgelegt hat, Vertrauen in "seine" Menschen fasste. Seine Skepsis gegenüber Fremden ist geblieben. Man muss ihn sich erobern, dann reißt er sich für einen ein Bein aus!

Das Schlafbild auf der Weide links entstand zwei Jahre nach seiner Ankunft…

Auch sein Verhalten beim Satteln war obergarstig. Der arme Kerl hatte einfach Angst, wurde in den ersten Monaten ausschließlich von mir gesattelt. Weil sich das Sattelproblem anfangs nicht bessern wollte, zog ich eine Tierkommunikatorin zu Rate. Dabei kam raus, dass er Mal einen Unfall beim Sattel gehabt haben muss und dass er seinen Namen "Dagobert" schrecklich findet. Ich taufte ihn in Dango um…

Dango hat wohl in jungen Jahren eine gute Ausbildung genossen, denn er beherrscht alle Lektionen der Klasse L sicher. Und jeder Reitschüler freut sich, wenn er mit Dango ein paar Tritte Schulterherein oder Travers hinbekommt.

20101008172411(7)
20100129124541(1) Dango
20091001111405(1) 20101008172411(3)
Dango-vorn 20091001111251(1)
IMG_5519