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Mrz 09 2014

Karin-Schoepke

Meine Hippodung-Alternative – Update März 2014

Ende Oktober 2012 berichtete ich über meine neue Boxeneinstreu Hippodung. (Zum Nachlesen: klick)

Der 2. Bericht: Klick

Der 3. Bericht: Klick


Weil ich immer Mal wieder angeschrieben und nach meiner alternativen Einstreu gefragt werde, will ich hier ein weiteres Update posten. Den ersten Beitrag zu meiner Hippodung-Alternative schrieb ich Anfang März 2013. Jetzt ist also ein weiteres Jahr vergangen. Gut, um einmal ein wenig Statistik zu betreiben.

Ich bin von der Einstreu immer noch überzeugt. Sie ist nach wie vor ergiebiger als Eurolin Leinenstroh-Einstreu und auch billiger, aber erheblich teurer als Stroh. Dafür erzeuge ich so viel weniger Mist, dass die Mistplatte für das ganze Jahr gereicht hat. Ich spare also an Kosten fürs Mistabfahren.

Hier mal ein paar statistische Werte für alle, die sich ebenso dafür interessieren.

Alle Berechnungen, die ich hier anstelle, sind für fünf Pferde – darunter sind zwei “Schweine”, die unendlich viel pieseln und ihr Heu gerne eintunken. Ein Pferd trägt viel Einstreu nach draußen (der Wind weht es dann weg), ein Pferd ist sehr sauber (verbraucht nicht ganz so viel), und ein Haflinger, bei dem ordentlich an Einstreu gespart wird (die Besitzer streuen selbst ein).

Außerdem müsst ihr wissen, dass ich sehr üppig einstreue. Die Pferde stehen immer trocken. Ich spare damit nicht, habe im Winter ein dickeres “Bett” als im Sommer. Die Pferde kommen das ganze Jahr über nur für 3-6 Stunden auf die Weide / Paddock, in heißen Sommern über Nacht, stehen die übrigen Stunden in ihrer Box (4,20 x 3,40 Meter plus “Balkon” in gleicher Größe).

Eine Rolle spielt auch die Witterung. Ist es lang sehr nass mit viel Regen draußen, nimmt auch die Einstreu mehr Feuchtigkeit auf.

Im Jahr 2013 habe ich rund 400 Sack Pellets à 15 Kilo für fünf Pferde verbraucht. Die haben rund 1650 Euro gekostet. Das sind aufgerundet 4,20 Euro pro Sack/15 Kilo. Das sind fast 32 Euro in der Woche für alle Pferde. Oder 330 Euro für ein Pferd im Jahr.

Ich rechne hier mit aktuellen Zahlen und dem aktuellen Verbrauch. Da ist als nichts geschätzt oder hoch gerechnet. Ihr müsst auch wissen, dass die Ersteinstreu (die wie Hippodung auch mit Wasser aufgelöst werden muss) rund 10 Sack pro Box verbraucht. Ich habe alle Boxen im Spätsommer einmal komplett leer gemacht und neu gestartet. Das ist nicht wirklich nötig. Ich mache das, um die Boxen zu desinfizieren und gründlich zu reinigen.

Ich hatte ja nun auch Hippodung ausprobiert. Die Hippodung-Pellets, die noch mit Zusatzstoffen versetzt sind, gefallen mir besser, weil sie deutlich weniger Ammoniak-Gerüche aufkommen lassen. Dagegen steht aber auch der Preis von 16,50 pro Sack à 14 kg (zu 4,20 à 15 kg jetzt). Also nehme ich bei meinen Holzpellets öfter mal die nassen Stellen raus, streue großzügiger über und habe die gleiche Geruchsneutralität.

Mit meinen Holzpellets kann ich außerdem noch etwas sparen, wenn ich sie im Mai/Juni bestelle. Da kostet die Palette rund 15 Euro weniger als im Herbst und Winter. Ich werde also dieses Jahr zuschlagen und den geschätzten Jahresverbrauch im Frühjahr einkaufen. Da alle Säcke wasserfest verpackt auf Paletten geliefert werden, die noch mit Folie umwickelt sind, kann ihnen auch Spritzwasser und hohe Feuchtigkeit nichts anhaben. Ich lagere die Paletten unter meiner offenen Remise.

Zusätzlich arbeite ich in der warmen Jahreszeit mit sogenannten effektiven Mikroorganismen, kurz EM genannt. Ich sprühe dann 2 x pro Woche einen dünnen Film über alle Boxeneinstreu, über die Wände und die Tröge. Das geht aber nur bei Außentemperaturen von ca. 15 Grad. Darunter “arbeiten” die EMs nicht. Sie gehen zwar nicht verloren, wachen aber erst bei deutlichen Plusgraden auf. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit oder ohne EMs keine Unterschiede festgestellt. Vielleicht muss ich intensiver und regelmäßiger sprühen? Da die EMs nicht viel kosten, spielt es preislich keine Rolle.

Im Sommer, wenn bei nassen Stellen leichter mal Gerüche entstehen, bestreue ich den nassen Boden mit einer dünnen Schicht Dolomit-Kalk. Der bietet Nährboden für die EMs, bindet die Gerüche und saugt gut auf. Ein 20-kg-Eimer kostet 8 Euro. Ist also auch nicht die Welt.

Habt ihr noch Fragen? Dann schreibt mir. Wenn ich kann, beantworte ich eure Fragen gerne.

[IMG_0862x%255B2%255D.jpg]

Ist die Einstreu ganz neu, riecht es wunderbar nach frischem Holz – fast wie in einer Zirkusmanege.

P.S.: Meine Stute pinkelt immer auf dieselbe Stelle. Die ist fast jeden Tag an der Stelle nass. Ich habe schon überlegt, dort einen Verbundstein rauszunehmen, damit das Pippi ablaufen kann. Ist natürlich keine wirkliche Lösung. Dort nehme ich die nasse Stelle komplett raus und fülle mit alter Einstreu nach. Das war aber auch bei Hippodung so.

2 Kommentare

  1. steffi

    hallo sehr tolle beiträge die du hier so schreibst !!! ich hab mal ne frage zu dem holzpellets-müssen die auch vorher aufgeweicht werden oder schmeisst du so inne box ? lg steffi

    1. Karin-Schoepke
      Karin-Schoepke

      Hallo Steffi,

      Hippodung-Pellets genau, wie die normalen Pellets werden nur bei der Ersteinstreu eingeweicht. Wenn die ersten 7-8 Sack leicht eingeweicht eingestreut wurden (es haben sich dann nicht alle Pellets aufgelöst), streue ich 1-2 Wochen später den ersten neuen Sack TROCKEN oben drauf. Und dann ab da je nach Bedarf.

      Auch bei den günstigen Holzpellets verbrauche ich im Herbst und Winter zwei Sack pro Woche bei einer Boxengröße von 4,50 x 3,20 plus ebensogroßem „Balkon“. Die Pferde stehen ca. 5-6 Stunden auf der Weide.

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