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Hippodung, bzw. Holzpellets

Mein Eintrag in meinem Blog vom 27. Oktober 2012:

Seit rund vier Wochen streue ich meine Boxen nicht mehr mit Stroh oder Leinenstroh ein, sondern mit Hippodung. Das sind Holzpellets, ph-neutral, mit Kalk versetzt.

Laut Hersteller bieten sie nichts als Vorteile:

1. Es gibt keine Fäulnisbildung mehr in den Boxen. Das Material verrottet, aber es schimmelt und fault nicht.

2. Diesen Job besorgen Bakterien, die beim Ersteinstreuen auf den Boden gesprüht werden. Die Bakterien ernähren sich von dem Amoniak, der durch das viele Pipi der Pferde in die Boxen gelangt. Was danach übrig bleibt, ist pures Wasser. Und das soll einfach verdunsten.

3. Es werden täglich nur die Pferdeködel ausgemistet und die Heureste, die die Pferde in der Box verstreut haben. Die Einstreu selbst bleibt in der Box – angeblich bis zu acht Monate lang.

4. Wenn die Einstreu dann tatsächlich komplett entfernt wird und auf der Mistplatte gelagert, ist sie nach drei Monaten komplett zersetzt und zu nahrhaftem Humus geworden. Ich kann diese Erde als Dünger auf meine eigene Weide aufbringen. Weil ich mit dem Boden dann auch die Bakterien mit ausstreue, verrotten die Pferdeködel auf der Weide ebenfalls schneller, bieten außerdem guten Nährboden für Regenwürmer.

5. Pro Woche wird nur ein halber Sack der Pellets (ohne Wasserzusatz) übergestreut.

6. Der Mistanfall reduziert auf 10 Prozent der Mistmenge verglichen mit Stroh.

Ich habe die einzelnen Schritte im Bild festgehalten:

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Als erstes habe ich die Boxen sehr gründlich ausgemistet und leer gefegt. Dann wurden die Bakterien aufgesprüht. Das hat übrigens ein Vertriebspartner von Hippodung übernommen. Er hat mir die ersten beiden Boxen eingerichtet.
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Hier mein “Startpaket” an Holzpellets Je drei Sack passen in die große Schubkarre
Unbenannt-6 Dann muss man für den Start pro Sack ca. 7 Liter heißes Wasser hinzugeben. Die Holzpellets gehen sofort auf, wie Popcorn oder Hefe und sind dann sofort in sich zerbröselt. Rund 8 Sack braucht man als Ersteinstreu pro Box. Was sofort auffällt: Der angenehme Geruch nach frischem Holz. Es riecht wie im Zirkus!
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Pellets in die Karre… Ich benutze beide Karren gleichzeitig
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Dann ordentlich heißes Wasser drauf Ab damit zu den Boxen
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So, jetzt sind genug angeweichte Pellets in der Box  
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Jetzt heißt es: harken! Es macht Spaß, mit dem sauberen Material zu arbeiten.
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Unbenannt-23 Die ersten Boxen sind fertig. Die Schicht ist rund 10 cm dick, aber nicht sehr fest. Nicht alle Pellets haben sich aufgelöst. Das ist Absicht. Wie ich in den nächsten Tagen festgestellt habe, “vermehrt” sich das Material noch, wirkt in den ersten Tagen noch dicker. Richtig funktionieren tut die Einstreu aber erst, wenn sich die Bakterien vermehrt haben.
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Das ist Rasgas Box nach der ersten Nacht Hier habe ich Dangos Box
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Ceras Box am dritten Tag nach dem Ausmisten. Es ist immer noch viel lose Einstreu vorhanden. Im Laufe der Tage wird sich der Boden dunkel bis schwarz färben. Das geschieht durch die Feuchtigkeit, die durch das Pferdepipi entsteht.

Weil die Bakterien Nahrung brauchen, darf man in den ersten paar Tagen nicht alle Äppelhaufen entfernen. Ich habe ein paar zerkrümelt und untergeharkt.

Unbenannt-27 So sah Rasgas Box übrigens bei Stroheinstreu aus: Völlig durchgesuppt und stinkig.

Meine Erfahrungen nach vier Wochen:

Luft: Die Luft im Stall ist tatsächlich immer noch hervorragend. Selbst wenn man ganz nasse Einstreu in die Hand nimmt und daran riecht, stinkt nichts. Es riecht einfach neutral. Lediglich bei Cera kann ich minimalen Amoniak-Geruch in einer Ecke wahrnehmen. Das liegt aber daran, dass Cera IMMER auf dieselbe Stelle pinkelt.

Zeitersparnis: Die ist nicht so groß, weil ich jede Box sehr gründlich absammele und noch intensiver harke, die Balkone sauber fege. Aber die Arbeit ist deutlich weniger anstrengend, weil keine schweren Mistplacken entfernt werden müssen.

Ich habe nach einer Woche begonnen, die vollgepinkelten Ecken bei Cera und Dango mit trockener Einstreu von den Rändern zu tauschen. So würde sich schneller eine geschlossene, federnde Schicht in der Box bilden, die gleich stark und festgetreten ist. Das mache ich übrigens immer noch. Wenn ich die nasse Streu frei lege, stinkt sie – aber nur kurz, als würde der Geruch an der frischen Luft sofort verfliegen.

Mistanfall: Der ist tatsächlich auf ein Minimum reduziert. Ich entsorge täglich eine volle, nicht gestapelte Schubkarre Ködel und Stroh/Heu-Reste.

Verrottung: Ich habe den Eindruck, dass der anfallende Mist bereits vor sich hin rottet, denn die gestapelte Fläche auf der Mistplatte fällt in sich zusammen. Das bedeutet natürlich auch, dass ich die Mistplatte weniger oft leeren lassen muss. Mein Ziel: Ich will damit ein Jahr lang auskommen.

Verbrauch: Nun ja, da unterscheiden sich die Herstellerangaben deutlich von meinen Erfahrungen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das auch nicht anders erwartet. Ein halber Sack pro Woche: Lächerlich! Ich möchte fast vermuten, das die Angaben für ein Kleinpferd gelten, das dann auch noch mehr als 10 Stunden täglich auf der Weide steht…

Ich muss mindestens mit einem Sack pro Woche rechnen, wenn das denn überhaupt reicht. Die Testbedingungen liefen in den vier Wochen aber auch nicht optimal: Es hat viel feinen Regen gegeben, die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch. So kann die Einstreu nur schwer trocknen. Bei Cera habe ich heute eine ganze Karre voll Nasses in einer Ecke ihres Paddocks zum Trocknen ausgebreitet. Es soll ja die nächsten Tage trocken bleiben.

Das ist auch bemerkenswert: Nasse Einstreu wird nicht etwa weggeschmissen, sondern an einen Ort verbracht, wo sie trocknen kann. Da sie nicht stinkt, kann sie anschließend in die Box zurück. Ich könnte also das nasse Material auch unter meiner Remise trocknen.


Mein Bericht nach sechs Monaten Benutzung von Hippodung (März 2013):

 

Nach sechs Monaten Hippodung will ich euch über meine Erfahrungen berichten.

 

Als erstes muss ich sagen, dass das System funktioniert: Es gibt keine Stallgerüche mehr in den Boxen, auch beim Misten riecht es nicht nach Ammoniak. Die Pferde legen sich gern hin, scheinen sich auch darin zu wälzen. Die Pflege der Boxen ist zwar aufwändig, aber nicht schwer, da ich keine nassen Strohmatten mehr entfernen muss. Der Mistanfall hat sich auf ein Zehntel der üblichen Mistmenge reduziert.

So, aber das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten. Warum? Weil das System einfach unbezahlbar ist. Laut Hersteller soll es einen Holzpellet-Verbrauch von ca. einem halben Sack pro Box in der Woche geben. Das ist ein Witz! Ich habe an schlechten, weil nassen Tagen, zwei ganze Sack pro Woche und Box verbraucht (ein Sack kostet 16,50 Euro!). Das macht einen Verbrauch von 140 Sack Hippodung seit Umstellung der Einstreu Anfang Oktober. Das sind mehr als 2000 Euro. Dafür hätte ich mehrfach die Strohernte eines Jahres kaufen können…

Wie angeraten habe ich das völlig durchnässte Material (von den Pinkelstellen) komplett rausgenommen. Es lagert nun unter meiner Remise, und ich warte darauf, das es trocknet. Dann kann ich es ja weiterverwenden. Ich schätze, dass ich im Laufe der Wochen dort gut drei Kubikmeter Material angehäuft habe. Natürlich ist nichts davon bisher getrocknet. Es war einfach zu kalt oder aber zu feucht!

Nun musste ich schon wieder nachbestellen. Es waren nur noch 10 Sack über. Diesmal sollte es eine Palette sein, damit ich nicht andauernd nachordern muss. Die hätte 1100 Euro gekostet (65 Sack à 14 Kilo).

Mehr durch Zufall bin ich dann in einem Online-Pferdezubehör-Shop auf Holzpellet-Einstreu gestoßen. Kosten pro Sack: 8,50 Euro. Hm, das wäre dann ja schon Mal nur halb so teuer. Und jetzt habe ich angefangen zu recherchieren.

Über den Holzpellet-Handel Nord konnte ich Einstreu-Pellets für rund 4,50 Euro pro Sack bestellen (ohne Mindestabnahme, Transportkosten schon mit eingerechnet). Die Pellets bestehen zu 100 Prozent aus Nadelhölzern, sind unbehandelt und ohne Zusatzstoffe – und sie sind 15 Kilo schwer. Eine Palette (mit über 60 Sack!) kostet unter 300 Euro inklusive Fracht!

Ich habe schon fast 40 Sack davon verbraucht – und sie verhalten sich genauso wie die Hippodung-Pellets. Der Verbrauch ist gleich: 1,5-2 Sack pro Woche pro Box.

Aber: Es fehlten ja noch die Bakterien. Denn Hippodung wirbt ja damit, dass das sich das Milieu in den Boxen verändert. Keine Fäulnis mehr, sondern Verrottung und damit auch keine unangenehmen Gerüche.

Leider verrät auf den Hippodung-Seiten niemand, was nun genau drin ist in den Pellets, außer Holz. Aber auch dafür habe ich eine preiswerte Lösung gefunden: Effektive Mikroorganismen, kurz EMs. Auf der Seite Mikro Veda wurde ich fündig (www.Mikroveda.eu). Ich habe dort angerufen, weil ich von deren Angeboten schier erschlagen war. Ich bekam eine mehr als ausführliche Beratung (mehr als 45 Minuten lang!) durch den Firmenchef selbst. Das erlebt man selten! Und ich habe nun “meine” EMs bestellt. Sie kommen in Literflaschen und werden 1:200 verdünnt. D.h. aus 1 Liter werden 200 Liter. Die sprühe ich nun mit einer kleinen Pumpflasche mehrfach die Woche dünn über die Boxenböden.

Das Ergebnis: Wie bei Hippodung keine unangenehmen Gerüche, genauso viel Verbrauch und beinah trockenere Boxen, weil ich bei 4,50 Euro pro Sack natürlich leichtfertiger nachstreue, als bei € 16,50. Die EMs der Firma Mirkoveda heißen “Pro Milieu”. Die soll ich nicht nur auf den Boden sprühen, sondern damit den gesamten Stall auspüstern – inklusive der Stallschränke, und sogar das Sattelzeug soll ich nicht verschonen. Wenn ich das Leder damit einsprühe, es etwas einwirken lasse und dann abwische, verhindere ich Schimmelbildung.

Mal ganz simpel erklärt: Unter den Bakterien gibt es ein paar “böse” Bakterien, “gute” Bakterien und jede Menge “Mitläufer”, die sich den Bakterien anschließen, die an der Überzahl sind. Die EMs sind gute Bakterien und besetzen alle freien Plätze. Je mehr EMs da sind, desto mehr “Mitläufer” schwenken ins Positive um. Dabei gibt es wie auch bei Hippodung keine Fäulnis, sondern Verrottung. Und die stinkt nicht.

Damit ich den gesamten Stall mit “Pro Milieu” behandeln kann, muss es wärmer werden. Die EMs sind bei Frost-Temperaturen inaktiv. Gut wären so um die 15 Grad. Na ja, die werden ja irgendwann da sein. Und dann werden wir die Sattelschränke ausräumen, putzen und mit guten Bakterien “impfen”.

Na, mal sehen, wie es mit der Einstreu weiter geht. Und wie die Bakterien funktionieren. Ich möchte dieses Jahr auch erstmals meinen Pferdemist auf die eigenen Weiden ausbringen. Dann spare ich den Kunstdünger und impfe auch noch die Weide mit positiven Bakterien. Wie gut es aber tatsächlich funktioniert? Ich werde im Sommer berichten, wenn ich sehe, wie toll das Gras gewachsen ist.


Update vom 14. September 2013:

Wie ist der Stand heute? Ich streue immer noch mit den Holzpellets der Firma “Holz-Pellet Handel Nord” ein, und das seit Mitte Februar dieses Jahres. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin damit sehr zufrieden. An die Pellets von Hippodung kommen sie allerdings nicht heran.

Der Verbrauch gegenüber Hippodung-Einstreu ist ähnlich. Ich verbrauche von den neuen Pellets etwas mehr, weil ich großzügiger einstreue. Muss ja bei dem geringen Preis nicht so extrem sparen. Was mir in unserem extrem heißen Sommer aufgefallen ist, dass die Pellets, wenn sie dann mal zerbröselt sind, sehr stauben. Ich habe die Einstreu regelmäßig mit Wasser besprüht, um den Staub zu binden. Da die Pferde überwiegend nachts draußen standen, haben sie auch überwiegend draußen Pipi gemacht, die Einstreu war also deutlich weniger belastet, als den Winter über.

Bei der Original Hippodung-Einstreu kann man auch nasse Stellen getrost mit der Hand ausgraben. Es riecht so gut wie gar nicht. Ausnahme war stets Ceras Box, weil Cera immer nur an eine einzige Stelle pinkelt, die bereits nach einem Tag übersättigt ist, so dass die Einstreu nichts mehr aufsaugen kann.

Da ich mit der neuen Einstreu nicht besonders sparsam umgehe, riechen die Boxen hier auch nicht. Allerdings will man sie auch nicht umgraben…

Ein bis zweimal in der Woche mit ich mit dem Sprühgerät durch den Stall gegangen und habe meine Effektiven Mikroorganismen versprüht. Ich kann nicht sagen, ob sie etwas bewirkt haben. Ich weiß ja nicht, wie es ohne gewesen wäre.

Die Mistmenge ist gleich gering geblieben, und zum ersten Mal habe ich dieses Frühjahr meinen eigenen Mist auf meine eigene Koppel ausbringen lassen. Auch da kann ich noch kein Urteil abgeben, wie gut es dem Boden getan hat. Das werde ich wohl erst in ein oder zwei Jahren sagen können. Der Naturmist reichte jedenfalls nicht als Dünger, ich musste mit Volldünger nachhelfen. Das möchte ich in den nächsten Jahren allerdings vermeiden.

Der Mist in der Mitte des Misthaufens war gut durchgerottet und roch auch nicht. Da ich zu viel davon hatte, musste der Bauer doch zwei Wagen auf seinen Feldern ausbringen. Das war irgendwann im März. Seitdem befülle ich die Mistplatte mit täglich neuem Mist, und sie ist immer noch nicht voll. Ich werde wohl noch bis zum Jahresende mit dem Platz auskommen. Das ist ein großer Vorteil.

Heute habe ich damit begonnen, die Boxen vor dem Winter gründlich zu reinigen – jede Woche eine. Heute war Dangos Box dran, weil sie insgesamt am nassesten war. Der trockene, noch verwendbare Teil der Einstreu wanderte in Donovans und Ceras Box. Der Rest landete auf dem Mist. Ich habe die Box sauber gefegt, mit EMs besprüht und etwas Zeolith-Pulver ausgestreut (das soll ein perfekter Nährboden für die Bakterien sein). Anschließend kamen 8 neue Sack Pellets in Dangos Box. Ich bin mir nicht sicher, ob das reicht. Vielleicht muss ich morgen noch ein oder zwei Sack nachstreuen. Die Pellets quellen ja ziemlich stark und verzehnfachen ihr Volumen.

Ach ja, anfangs hatte ich die Einstreu noch draußen in der Sonne getrocknet und wiederverwendet. Das habe ich inzwischen gelassen. Den Aufwand ist es nicht wert, und da die Einstreu nach dem Trocknen nicht mehr geruchsneutral ist, schmeiße ich sie lieber weg.

Fazit: Ich würde sicher gerne weiter Hippodung benutzen. Riecht nicht, staubt mit Sicherheit viel weniger, hält länger. Aber der Preis von über 16 Euro pro Sack (bei weniger Inhalt) ist um ein Vielfaches zu hoch.

Selbst mit den EMs und der zusätzlichen Arbeit des Einsprühens sind die Holzpellets um so vieles billiger, dass sich die alternative Einstreu rechnet. Ich streue halt mal einen Sack extra ein und alles ist gut.


Weiteres Update vom März 2014:

Weil ich immer Mal wieder angeschrieben und nach meiner alternativen Einstreu gefragt werde, will ich hier ein weiteres Update posten. Den ersten Beitrag zu meiner Hippodung-Alternative schrieb ich Anfang März 2013. Jetzt ist also ein weiteres Jahr vergangen. Gut, um einmal ein wenig Statistik zu betreiben.

Ich bin von der Einstreu immer noch überzeugt. Sie ist nach wie vor ergiebiger als Eurolin Leinenstroh-Einstreu und auch billiger, aber erheblich teurer als Stroh. Dafür erzeuge ich so viel weniger Mist, dass die Mistplatte für das ganze Jahr gereicht hat. Ich spare also an Kosten fürs Mistabfahren.

Hier mal ein paar statistische Werte für alle, die sich ebenso dafür interessieren.

Alle Berechnungen, die ich hier anstelle, sind für fünf Pferde – darunter sind zwei “Schweine”, die unendlich viel pieseln und ihr Heu gerne eintunken. Ein Pferd trägt viel Einstreu nach draußen (der Wind weht es dann weg), ein Pferd ist sehr sauber (verbraucht nicht ganz so viel), und ein Haflinger, bei dem ordentlich an Einstreu gespart wird (die Besitzer streuen selbst ein).

Außerdem müsst ihr wissen, dass ich sehr üppig einstreue. Die Pferde stehen immer trocken. Ich spare damit nicht, habe im Winter ein dickeres “Bett” als im Sommer. Die Pferde kommen das ganze Jahr über nur für 3-6 Stunden auf die Weide / Paddock, in heißen Sommern über Nacht, stehen die übrigen Stunden in ihrer Box (4,20 x 3,40 Meter plus “Balkon” in gleicher Größe).

Eine Rolle spielt auch die Witterung. Ist es lang sehr nass mit viel Regen draußen, nimmt auch die Einstreu mehr Feuchtigkeit auf.

Im Jahr 2013 habe ich rund 400 Sack Pellets à 15 Kilo für fünf Pferde verbraucht. Die haben rund 1650 Euro gekostet. Das sind aufgerundet 4,20 Euro pro Sack/15 Kilo. Das sind fast 32 Euro in der Woche für alle Pferde. Oder 330 Euro für ein Pferd im Jahr.

Ich rechne hier mit aktuellen Zahlen und dem aktuellen Verbrauch. Da ist als nichts geschätzt oder hoch gerechnet. Ihr müsst auch wissen, dass die Ersteinstreu (die wie Hippodung auch mit Wasser aufgelöst werden muss) rund 10 Sack pro Box verbraucht. Ich habe alle Boxen im Spätsommer einmal komplett leer gemacht und neu gestartet. Das ist nicht wirklich nötig. Ich mache das, um die Boxen zu desinfizieren und gründlich zu reinigen.

Ich hatte ja nun auch Hippodung ausprobiert. Die Hippodung-Pellets, die noch mit Zusatzstoffen versetzt sind, gefallen mir besser, weil sie deutlich weniger Ammoniak-Gerüche aufkommen lassen. Dagegen steht aber auch der Preis von 16,50 pro Sack à 14 kg (zu 4,20 à 15 kg jetzt). Also nehme ich bei meinen Holzpellets öfter mal die nassen Stellen raus, streue großzügiger über und habe die gleiche Geruchsneutralität.

Mit meinen Holzpellets kann ich außerdem noch etwas sparen, wenn ich sie im Mai/Juni bestelle. Da kostet die Palette rund 15 Euro weniger als im Herbst und Winter. Ich werde also dieses Jahr zuschlagen und den geschätzten Jahresverbrauch im Frühjahr einkaufen. Da alle Säcke wasserfest verpackt auf Paletten geliefert werden, die noch mit Folie umwickelt sind, kann ihnen auch Spritzwasser und hohe Feuchtigkeit nichts anhaben. Ich lagere die Paletten unter meiner offenen Remise.

Zusätzlich arbeite ich in der warmen Jahreszeit mit sogenannten effektiven Mikroorganismen, kurz EM genannt. Ich sprühe dann 2 x pro Woche einen dünnen Film über alle Boxeneinstreu, über die Wände und die Tröge. Das geht aber nur bei Außentemperaturen von ca. 15 Grad. Darunter “arbeiten” die EMs nicht. Sie gehen zwar nicht verloren, wachen aber erst bei deutlichen Plusgraden auf. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit oder ohne EMs keine Unterschiede festgestellt. Vielleicht muss ich intensiver und regelmäßiger sprühen? Da die EMs nicht viel kosten, spielt es preislich keine Rolle.

Im Sommer, wenn bei nassen Stellen leichter mal Gerüche entstehen, bestreue ich den nassen Boden mit einer dünnen Schicht Dolomit-Kalk. Der bietet Nährboden für die EMs, bindet die Gerüche und saugt gut auf. Ein 20-kg-Eimer kostet 8 Euro. Ist also auch nicht die Welt.

Habt ihr noch Fragen? Dann schreibt mir. Wenn ich kann, beantworte ich eure Fragen gerne.

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Ist die Einstreu ganz neu, riecht es wunderbar nach frischem Holz – fast wie in einer Zirkusmanege.

P.S.: Meine Stute pinkelt immer auf dieselbe Stelle. Die ist fast jeden Tag an der Stelle nass. Ich habe schon überlegt, dort einen Verbundstein rauszunehmen, damit das Pippi ablaufen kann. Ist natürlich keine wirkliche Lösung. Dort nehme ich die nasse Stelle komplett raus und fülle mit alter Einstreu nach. Das war aber auch bei Hippodung so.


Update vom 23. März 2015:

Ich kriege doch allerhand Anfragen zur Hippodung-Einstreu, bzw. dem Nachfolgeprodukt und will noch einmal berichten, wie es weiter gegangen ist.

Als erstes: Hier der Link zur Zusammenfassung aller Hippodung-Beiträge:
http://www.stall-schoepke.de/wordpress/pferdehaltung/einstreu/hippodung-bzw-holzpellets/

Ich habe mit Hippodung vor gut drei Jahren begonnen, bin dann auf normale Holzpellets umgestiegen, weil mir Hippodung einfach viel zu teuer war. Hippodung-Pellets sind wirklich gut und funktionieren wie beschrieben – wenn der Preis nicht wäre… Und wenn die Vertreter von Hippodung schreiben, dass man nur einen halben bis einen Sack pro Woche nachstreuen muss, dann kennen sie keine Großpferde, die viel pinkeln! Ich habe Paddockboxen, d.h. die Pferde stehen tagsüber meist auf ihrem "Balkon". Trotzdem säuft die Box im Winter ab…

Normale Pellets verbrauchen sich genauso schnell, kosten aber nur einen Bruchtteil. Da bin ich unbefangener bereit, früher einen Sack nachzustreuen.

Trotzdem habe ich diesen Winter im November wieder auf Stroh umgestellt. Auch die günstigen Holzpellets für etwas über 4 Euro der Sack wurden zu teuer. Ich fand es auch schwer, eine ordentliche "Matte" zu erzeugen.

Das Stroh bekomme ich in Monsterballen (1,60 M Durchmesser) geliefert, und es ist von unglaublich guter Qualität. Ich kann mehr einstreuen und habe das Gefühl, die Pferde liegen weich, kratzen sich nicht bis zum Boden durch.

20150302154355-1_thumb.jpg So eine gut eingestreute, saubere Strohbox hat schon was "Kuscheliges"

20150302154243-1_thumb.jpgDer Nachteil: Unendlich viel Mist…

Bei 7 Pferden merke ich aber sofort den Mehraufwand. Alleine das Misthochschaufeln auf der Mistplatte (ich habe keinen Trecker) nimmt viel Zeit in Anspruch – besonders bei Regen.

Wie gut Holzpellets (egal welche) funktionieren, hängt meiner Meinung nach auch von der Außenwitterung ab. Wir hatten einen recht nassen, milden Dezember bei uns, dann scheinen die Pellets auch die Luftfeuchtigkeit aufzunehmen. Bei warmem, sonnigem Wetter ist das nicht so.

In zwei Monaten, wenn meine Pferde wieder auf die Weide können, werde ich wieder Holzpellets nehmen. Das spart einfach eine Menge Zeit beim Misten. Im Winter wähle ich dann wieder die Strohvariante…

Update vom 25. Februar 2017:

Wenn ich die Lesestatistik meiner Seite aufrufe erkenne ich, dass die Seiten mit Hippodung, bzw. Holpellets mit am meisten aufgerufen werden. Viele interessieren meine Erfahrungen mit dieser Einstreu. Deshalb möchte ich allen gerne ein weitere Update liefern.

Hier könnt ihr die alten Berichte nachlesen:

http://www.stall-schoepke.de/wordpress/pferdehaltung/einstreu/hippodung-bzw-holzpellets/

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ich streue immer noch mit Holzpellets ein, immer noch "ganz normale", also nicht Hippodung oder irgendein anderes Präparat. Ich beziehe sie von der Firma Holzpellethandel Nord (www.holpelletshandel-nord.de). Dort sind sie relativ günstig und werden per Spedition immer recht rasch Palettenweise geliefert. Ein Sack kostet mich im Schnitt 4,20 Euro. Manchmal kann ich ein Frühjahrsangebot abgreifen, da bekomme ich fürs selbe Geld ein paar Sack mehr auf der Palette. Das ist zumindestens für den Norden eine gute Adresse.

Ich streue nun seit 2012 mit Holz ein: Dauerhaft 5-6 Pferde, die im Winter nur einen halben Tag auf draußen sind und ansonsten in großen Paddock-Boxen stehen. In den ersten beiden Jahren habe ich für die Wintermonate auf Stroh umgestellt, weil der Verbrauch an Pellets doch immens hoch war. Seit zwei Jahren mache ich das nicht mehr, weil hier die Strohernte recht schlecht war und Stroh schwer in guter Qualität und ausreichenden Mengen zu beziehen ist.

Im Winter verbrauche ich ca. 3 Sack pro Box und Pferd in der Woche. Ganz gelegentlich auch mehr. Es rechnet sich trotzdem. Der Arbeitsaufwand gegenüber Stroh ist nach wie vor deutlich geringer und die Menge an Mist, die ich so produziere natürlich auch. Meine Mistplatte muss ich nur 2-3 Mal im Jahr leeren lassen.

Die Qualität der Pellets ist in den Jahren unverändert geblieben, ebenso die Füllmenge (15 Kilo). Das Schleppen der Säcke ist mir manchmal ein bisschen lästig. Aber gegenüber Stroh spare ich viel Zeit, den Einstreu mit Stroh bedeutet deutlich mehr fegen!

Anfangs habe ich die Holzpellets noch mit effektiven Mikroorganismen (Ems) und Dolomitkalk aufgewertet. Das mache ich nun auch schon seit zwei Jahren nicht mehr. Im Winter ist es für die EMs eh zu kalt und im Sommer stehen die Pferde länger draußen. Ich habe keine gravierenden Nachteile bisher feststellen können. Auch das Stallklima ist unverändert gut. Ich nehme extrem nasse Pinkelstellen raus, harke die trockene Einstreu vom Rand plan und streue dann einen Sack hinterher.

Im Sommer, bei deutlich trockenerer Luftfeuchtigkeit trocknet die Einstreu auch an der Luft. Da komme ich bei einigen Pferden sogar mit einem Sack pro Woche aus. Den Pferden scheint die Einstreu zu behagen. Sie legen sich alle hin, und ich habe hier keine Probleme mit Strahlfäule oder Mauke. Ich werde also definitv bei dieser Einstreu bleiben und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gutes Futterstroh bekomme, damit ich Stroh zufüttern kann. Das gibt es dieses Jahr leider nicht.