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Mrz 29 2015

Karin-Schoepke

Fast wie Freitag, der 13. …

Manchmal gibt es Tage, aus denen könnte man glatt zwei machen. Freitag, der 27. März war so einer. Es fing damit an, dass ich morgens Manuel im Stall verpasst habe. Er kommt an einigen Wochentagen morgens in den Stall, um sein Pferd zu arbeiten und lässt anschließend die Pferde raus. Heute sollten sie drinnen bleiben, weil um 10.00 Uhr der Schmied kommen wollte. Wir müssen uns um fünf Minuten verfehlt haben! Also stratzte ich zum Paddock, um die Bande nach nur 15 Minuten wieder reinzuholen. Aber keines der Pferde wollte mich verstehen. Cera dachte, ich mache ihr wieder das Weidetor auf und ging – gefolgt von den anderen – schon mal voraus. Ich  muss nicht erwähnen, dass ich an den Füßen nur meine Hausschlappen trug und natürlich auch keinen Strick dabei hatte. Denn eigentlich kommen meine Pferde IMMER, wenn ich sie rufe. Eigentlich…

Pferde

Je intensiver ich versuchte, die Pferde Richtung Heimat zu bewegen (bei stetig sinkender Laune meinerseits), desto mehr machten sie sich einen Spaß daraus, bockender Weise um mich herum zu galoppieren. Die haben mir echt die Arschkarte gezeigt! Dango war ausnahmsweise der erste, der sich nach Hause bequemte. Die anderen folgten. Meine Pferde sortieren sich eigentlich IMMER richtig in ihre Boxen ein. Eigentlich…

Heute wollten Madrigal und Cornette sehen, ob der Hafer in Ceras Box nicht besser schmeckt, als ihr eigener. Natürlich hat das Cera nicht zugelassen und ihren Futtertrog eisern verteidigt. Mir gelang es nur mit ganz enormem Nachdruck, sie auf ihren Balkon zu schicken. Cera kann man nicht vom Hafer wegschicken – Horsmanshiptraining hin oder her. Na ja, kurze Zeit später standen dann alle Pferde richtig. Es war fünf vor zehn.

Wieder in der Wohnung wollte ich bei einer Tasse Tee auf den Schmied warten. Die erste Teemischung musste ich weggießen, weil sich der Wasserkocher zu früh ausgeschaltet hatte. Das Wasser war nur mäßig heiß. Beim zweiten Versuch stellte ich fest, dass meine Teekanne einen Sprung hatte und eine Pfütze unter sich machte…

Ach ja, der Schmied kam – aber erst um kurz vor halb zwölf! Ich hätte mich also gar nicht so mit den Pferden abhetzen müssen.

Während er Dango beraspelte, setzte Regen ein, der sich für zwei Minuten zu einem kräftigen Schauer entwickelte. Im Handwaschbecken in der Stallgasse hörte ich es blubbern! Das hatte ich noch nie wahr genommen und konnte nur bedeuten, dass das Regenwasser nicht richtig abfloss und sich Luftblasen bildeten. Dass ich Recht hatte merkte man wenige Minuten später: Aus dem Guli unter den Stallschränken kam wieder das Wasser hoch und bildete eine schmucke große Pfütze vor den Boxen, die sich alsbald in Dangos Box entleerte!

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Also war schon bei der Überschwemmung vor knapp drei Wochen nicht der Starkregen die Ursache, sondern ein verstopftes unterirdisches Regenrohr. Wie ärgerlich. Da konnte nur ein Rohrreinigungsdienst helfen. Der kam gegen 15.00 Uhr – während meines Mittagessens… In der Zwischenzeit hatte ich die Pferde erneut rausgestellt und in aller Eile den Stall gemistet. Der Mann von der Rohreinigung begutachtete alle Fallrohre, machte einige Fotos und entschied dann, dass er mir im Moment nicht helfen könne, weil er keinen Zugang zum Rohrsystem bekommen könne – außer über das Siel unter den Stallschränken…

Meine Schränke sind die extra breiten Bundeswehrspinde, die schon im Leerzustand gemein schwer sind. Ich hatte sie vor gut 15 Jahren übers Internet gekauft und damals auf Küchenarbeitsplatten gestellt, weil die Stallgasse nicht so gerade ist, wie man sich das wünscht. Die kann ich heute nicht mehr alleine bewegen. Der "Rohr-Mensch" bot an, sie zu wegzustellen – für 49,50 Euro netto die Stunde… Ich habe dankend abgelehnt, zumal ich auch nicht genau hätte sagen können, WO sich der Gulli exakt befindet

Angela, die am späten Nachmittag für Dango kam, schlug vor, die Schrank-Räum-Aktion für den Karfreitag zu planen. Da könnte ja alle mit anpacken. Hmm, bis Ostern ist es noch eine ganze Woche hin. Eine Woche mit viel angekündigtem Sturm und Regen…

Ein Nachbar aus meinem Haus wäre bereit, morgen mit anzupacken. Er und Manuel müssten die Schränke gut bewegen können, während wir Frauen das Saubermachen dahinter übernehmen könnten. Als Manuel dann heute Nachmittag zum Reiten kam habe ich ihn gleich für morgen gefragt. Er hat morgen Termine und kommt überhaupt nicht…

Aber dann sagte er, ob ich wohl eine Sackkarre hätte. Er wolle mal probieren, ob man die Schränke überhaupt bewegen kann. Na klar, habe ich eine Sackkarre!

Aus dem Versuch, einen Schrank probeweise zu bewegen, entwickelte sich eine ganze Aktion! Wir haben ein bisschen gefilmt und Fotos gemacht:

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Die Überschwemmung vom 2. März 2015. Bei den heftigen Regenfällen in den nächsten Tagen würde das sicher wieder so aussehen.

Während der ersten Schrank-Bewegungen ritt Angela mit Dango in der Halle. Für die beiden sicher ein intensives Gelassenheitstraining, denn es hat mitunter ganz schön gerumpelt, weil die Schränke so schwer sind…

Angela hat gefilmt, als sie mit Reiten fertig war. Deshalb zeigen die ersten Aufnahmen den Zustand, wo bereits alle Schränke von der Wand abgerückt sind.

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20150327181315-(1) Die Stallrückwand, die Rück- und Seitenwände der Schränke und der Boden waren völlig verdreckt, voller Spinnweben und noch mehr Staub. Natürlich haben wir alles grob sauber gemacht und den Fußboden ordentlich gefegt.
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20150327181753-(1) Die Bilder unten zeigen den Abfluss, der sich unter den Küchenplatten mit den Schränke drauf befand. Wie nass der Boden ist! Mich wundert, dass die Feuchtigkeit den Schränken nichts anhaben konnte. Die sind zwar dreckig, aber ansonsten völlig intakt.
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20150327181753-(4) Mal sehen, was der Gulli so zu bieten hat! Ich habe einen Eimer Laub herausgefischt. Aber mehr war nicht drin. Ob das für die Verstopfung schon ausgereicht hat? Was ich noch viel beunruhigender finde ist, dass dieser Gulli offenbar eine eigene Entsorgungsleitung hat. Er scheint gar nicht an die Ringleitung der Regenrinne angeschlossen zu sein… Na ja, der Rohrdienst wird es am Montag genauer untersuchen…
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Natürlich mussten die Schränke alle wieder aufgestellt werden. Wir haben wieder die Arbeitsplatten verwendet und die Schränke so weit weiter nach hinten aufgebaut, dass der Gulli vorne nun frei zugänglich ist. 20150327185052-(1)
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Was für eine Wuchterei. Am schwierigsten ist es, die Schränke so auszurichten, dass sie sich gut schließen lassen. Ein bisschen zu schief aufgestellt, und schon klemmen die Türen.

Zwischendurch gab es mal eine kleine Krauleinheit für die Hunde. Die waren mehr als irritiert, welche Aktivitäten sich da vor ihren Augen abspielten.

Ich liebe meine Bohrmaschine! Sie war vor einem Jahr sauteuer, aber ist wirklich jeden Penny wert. Der Akku hält ewig, und ich habe sie im Stall stets griffbereit.

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Puh, geschafft! Gute zwei Stunden hat die Aktion gedauert, dann standen die Schränke wieder – um gute drei Meter weiter nach hinten versetzt. Morgen müssen wir vielleicht den einen oder anderen mit kleinen Keilen noch einmal nachjustieren, und wir werden sie von außen abwaschen. Noch stehen allerhand Gerätschaften herum. Die werden wir morgen auch besser wegräumen. Heute hatte ich dazu keine Lust mehr. Danke an Manuel und Anna für ihre spontane Hilfe! Und danke auch an Angela, dass sie so eifrig gefilmt hat.

Ach ja, ein Video gibt es von der Räumaktion übrigens auch:

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