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Mai 02 2018

Karin-Schoepke

Vodafone und kein Ende… – Teil 3

Mit Vodafone ist jetzt alles in Ordnung, alle Verträge stimmen und sind auf den richtigen Weg gebracht? Denkste! Ich bin echt am Verzweifeln. Mache ich heute so mein Online-Konto auf um meinen Kontostand zu prüfen (Monatsanfang ist ja immer spannend), da sehe ich, dass Vodafone zweimal einen Betrag von ca. 61 Euro abgebucht hat.

Nicht, dass ich darüber eine Rechnung bekommen hätte, noch dass ich per Email darüber informiert worden wäre. Na gut, es ist noch später Nachmittag, die Pferde sind schon im Stall und gut versorgt, ich starte einen bangen Versuch, bei Vodafone anzurufen, um mich nach den Rechnungen zu erkundigen.

"Die Wartezeit beträgt aufgrund zahlreicher Anrufe leider momentan ca. 10 Minuten!" Ich bin genervt, stelle das Telefon auf laut, damit ich es nicht in der Hand halten muss und werde gnadenlos von einem Song bedudelt für den ich inzwischen schon Hassgefühle entwickle.

Dann, schneller als erwartet, meldet sich ein Mitarbeiter. Er hört sich mein Problem an und sagt: "Ich kann unter ihrem Namen keine Rechnung finden." Ich insistiere, er möge genauer nachsehen, schließlich hätte Vodafone 2 x den Betrag von über 60 Euro abgebucht. Das müsste ja einen Grund haben.

Der junge Mann ist sehr bemüht, aber offenbar noch ganz neu im Callcenter. "Das tut mir leid, mit Rechnungen kenne ich mich noch nicht so aus. Ich gehe meinen Vorgesetzten holen." Immerhin. Wieder berieselt mich dieses unsägliche Lied.  Nach fünf Minuten meldet sich der Mitarbeiter, hatte sich die Geschichte angehört, wollte sie von mir auch noch einmal geschildert haben.

Sein Kommentar: "Vermutlich handelt es sich um Ihren Mobilfunkvertrag." Da kann ich aber nicht weiterhelfen, und die Rechnungen dazu können wir auch nicht einsehen. Ich gebe ihnen da mal eine Nummer."

Eine der Nummern, die ich schon in der Vergangenheit mehrfach angerufen habe… O.k. zweiter Versuch. Dieses Mal eine Frau, sehr genervt, die mir aber leider auch nicht weiterhelfen kann, weil sie nicht zu der Mobilfunkfraktion gehört. Nein, sie kann mich nicht durchstellen, ich müsste neu wählen. Die Nummer: ….

Die dritte Dame am Telefon (inzwischen sind über 30 Minuten vergangen) fragt mich nach meiner Kundennummer, nach meinem Namen und nach meinem Geburtsdatum. Sie ist untröstlich, aber sie kann mich nicht im System finden. Ob ich denn schon Kunde bei Vodafone sei?

Ich kann mich kaum noch beherrschen, zwinge mich, aber ruhig zu bleiben. Schließlich findet sie mich über meine Anschrift. Rechnungen kann sie aber auch nicht sehen – obwohl sie immerhin schon zur Mobilfunkfraktion gehört. Nein, einen Vorgesetzten könne sie jetzt leider auch nicht ans Telefon holen. Sie gäbe mir jetzt aber eine Nummer, an deren Ende ich Sternchen, die Zahl 34 und dann die Raute eintragen sollte, dann würde ich SOFORT mit einem entsprechenden Mitarbeiter verbunden werden. Ihr ahnt es schon: Am anderen Ende kam kein Mitarbeiter, sondern das Besetztzeichen.

Ich beginne schon wieder, nach Luft zu schnappen, gieße mir eine erneute Tasse Tee ein und zünde mir die xte Zigarette an. Aber hilft ja nichts, ich muss wissen, was die Rechnungen zu bedeuten haben.

Ich rufe eine der Nummern an (ich habe mir inzwischen 11 verschiedene aufgeschrieben!!!), die ich schon letzte Woche versucht hatte. Da hatte ich daneben gekritzelt: Handy.

Es dauert Minuten, ehe ich mich durch das Auswahlmenü gewählt und gedrückt habe und mir die Computerstimme mitteilt: Ich verbinde Sie gleich mit einem unserer Kundenberater. Dann ein ersticktes Röcheln, Leitung tot. Dieses Mal ist es aber nicht Vodafone, das nicht mitspielt. Dieses Mal hat mein Telefon den Geist aufgegeben: Akku leer!

Ich bin so wütend und frustriert, dass ich beschließe, erst einmal rauszugehen, die Pferde gründlich zu putzen und für den Abend zu versorgen. Gut, dass ich im Außengelände noch eine Menge Sand liegen habe, der an einen anderen Ort soll. Sandschippen und mit der Schubkarre wegfahren sorgt für einen guten Aggressionsabbau.

Als ich wieder reinkomme, ist es schon nach 21.00 Uhr. Ich freue mich auf meinen frischen Spargel – aber nein, erst einmal mit Vodafone telefonieren. Mein Telefon spielt Gott sei Dank wieder mit. Ich erreiche in überraschend kurzer Zeit eine resolute weibliche Stimme am anderen Ende. Und was soll ich sagen: Ich bin an einer richtigen Stelle gelandet. Die Dame kann alle Rechnungen einsehen und auch die Rechnungsnummern finden, die bei der Abbuchung von meinem Konto zu lesen sind.

Die Lösung: Das sind zwei Rechnungen für zwei Mobilfunkverträge, die nie zustande gekommen waren, weil dort ja ein falscher Name notiert war. Offenbar haben die Bearbeiter, die immer neue Mobilverträge (falsch) für mich abgeschlossen haben, die alten nicht storniert.

Insgesamt fand die Dame vier verschiedene Verträge mit falschen Angaben. Es wären also nochmal rund 120 Euro in den nächsten Tagen abgebucht worden. Sie hat nun alle storniert – hat sie jedenfalls gesagt. Das Geld wird mir auf die nächste Rechnung gutgeschrieben. Hoffen wir mal aufs Beste!

Weil die Dame offenbar Ahnung hatte, traute ich mich auch zu fragen, wie denn der Betrag von über 60 Euro zustande gekommen wäre, wo doch mein Handy nur 4,99 Euro kosten sollte und ich keine Anschlussgebühr bezahlen sollte. Das wusste sie zunächst auch nicht, hat aber dann alles verifiziert und mir alle Rabatte schließlich bestätigt. Nein, einen weiteren "Wiedergutmach-Rabatt" könne sie mir bei 4,99 Euro leider nicht mehr geben. Es täte ihr alles sehr leid, und sie könne nicht verstehen, wie das alles passiert sein kann…

Das ganze Gespräch dauert nun schon 25 Minuten. Ich fasse Vertrauen zu ihr und frage: "Wenn nun alles geklärt ist, wann kann ich dann mit der Mitnahme der Mobilfunknummer rechnen?" Erst dann werden nämlich die Rechnungen in meinem Kundenportal für mich sichtbar! – "Moment, ich sehe mal nach." Pause. "Oh, ich sehe gerade, dass ihr voriger Anbieter (O2) die Portierung abgelehnt hat!" Ich leite das mal an unsere Fachabteilung weiter, aber die ist erst morgen wieder besetzt…"

Ich gucke sofort bei O2 rein, die mir ja auch eine SMS geschickt haben, bis wann der Portierungsauftrag gültig ist, und da steht: Vertragsende: 6. Mai. O.k., Der Kundendienst ist leider nur bis 20.00 Uhr zu erreichen. Inzwischen ist es aber schon 22.20. Na gut, gibt es halt keinen Spargel, sondern eine Scheibe Brot (wer braucht schon frischen Spargel!). Und meine Hunde, die mich schon seit einer Weile fröhlich umschwänzeln, kriegen endlich auch ihr Abendbrot.

Mal sehen, was der morgige Tag so bringt…

 

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